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Nineteen-eightyfour

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Nineteen-eightyfour

Vor kurzem hab ich's endlich geschafft, das legendäre 1984 vom mindestens ebenso legendären Mister George Orwell zu Ende zu lesen. Und da komme ich natürlich nicht drum herum, hier etwas darüber zu schreiben. Da ich's aber überhaupt nicht mit Rezensionen und ähnlichem habe, und es sowieso schon genug Geschriebenes über dieses Buch gibt, wollte ich hier nur einige Textstellen niederschreiben. Einige die's mir angetan haben und bei denen ich zufälligerweise gerade einen Bleistift zum ankreuzen parat hatte.
Textstellen über die man nachdenken kann, oder eben nicht. Sicher ist, dass das ganze Werk zum Denken anregt. Aber das sollte jeder selbst erfahren.

[...] und wahrscheinlich seit dem Ende des Steinzeitalters gab es auf der Welt drei Arten von Menschen: die Oberen, die Mittleren und die UNteren. Sie waren auf vielerlei Weise untergliedert, trugen die verschiedenartigsten Namen, und sowohl ihre Verhältniszahl wie ihre Einstellung zueinander änderten sich von Epoche zu Epoche: doch die Grundstruktur der Gesellschaft hat sich nie gewandelt. [...] Die Ziele dieser drei Gruppen sind absolut unvereinbar. Das Ziel der Oberen ist es, dort zu bleiben, wo sie sind. Das Ziel der Mittleren, mit den Oberen den Platz zu tauschen. Das Ziel der Unteren, sofern sie überhaupt eines haben - denn es ist ein bleibendes Charakteristikum der Unteren, dass sie von der Plackerei zu ausgelaugt sind, um öfter als nur sporadisch etwas Interesse zu zeigen, das außerhalb ihres Alltagslebens liegt -, ist es, alle Unterschiede abzuschaffen und eine Gesellschaft zu errichten, in der alle Menschen gleich sein sollen. Und so wiederholt sich durch dir ganze Geschichte ein in seinen Grundzügen immer gleicher Kampf. Über lange Zeiträume scheinen die Oberen ungefährdet an der Macht zu sein, doch früher oder später kommt der Augenblick, in dem sie entweder ihr Selbstvertrauen verlieren oder die Fähigkeit, wirksam zu regieren, oder beides. Sie werden dann von den Mittleren gestürzt, die die Unteren dadurch auf ihre Seite ziehen, dass sie ihnen vorspiegeln, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Sobald die Mittleren ihr Ziel erreicht haben, stoßen sie die Unteren wieder in ihre alte Knechtschaft zurück und werden selber zu den Oberen. Schon bald spaltet sich von einer der beiden anderen Gruppen oder von beiden eine neue Mittelgruppe ab, und der Kampf beginnt wieder. Von den drei Gruppen sind es nur die Unteren, die nicht einmal vorübergehend ihre Ziele erreichen. [...]
- Wow... also wenn das keine passende Beschreibung des Laufs der Revolutionen und Gesellschaftsumordnungen der Geschichte ist, dann weiß ich auch nicht. Ich finde es sehr treffend. Es wäre nur schön wenn sich bei der nächsten Revolution einige Leute dazu erbarmen könnten, diesen Lauf zu unterbrechen (damit meine ich, keine weitere Klassenordnung inkl. Unterdrückung zu errichten, auch keine verschwommene, wie die aktuelle). Danke.

[...] Die besten Bücher, stellte er fest, sind die, die einem sagen, was man bereits weiß.
- Mal abgesehen von der unglaublich fantastischen Kommasetzung, beschreibt dieser Satz das auftretende Gefühl, wenn man erkennt, dass auch jemand anderes die eigenen Gedanken hatte und diese sogar niederschreiben konnte. Es ist wunderbar, wenn eigene Theorien und Empfindungen bereits (ohne vorher davon zu wissen) irgendwo niedergeschrieben sind, nicht wahr?

[...] Alle für unsere Zeit charakteristischen Ansichten, Gewohnheiten, Moden, Emotionen und geistigen Einstellungen sind in Wirklichkeit dazu ausersehen, das Mystische der Partei zu fördern und zu verhindern, dass die wahre Natur der heutigen Gesellschaft erkannt wird. Physische Rebellion oder vorbereitende Schritte in diese Richtung sind gegenwertig nicht möglich.
- Wow, das bezieht sich zwar auf die Welt im Buch, aber.... hm.... *kopfkratz*

[...] Von den Proletariern steht nichts zu befürchten, Sich selbst überlassen, werden sie von Generation zu Generation und von Jahrhundert zu Jahrhundert weiterhin arbeiten, Kinder zeugen und sterben, und das nicht nur ohne jeden Drang zur Rebellion, sondern ohne sich auch nur vorstellen zu können, dass die Welt ganz anders sein könnte, als sie ist.
- Wie man das Wort "Proletarier" auch heute benutzen mag, die These kommt der Realität doch sehr nah. Alles ist eingeschlafen...

Und zu guter Letzt:

Was die Massen meinen oder nicht meinen, wird als gleichgültig angesehen.

Ich weiß sehr wohl, dass alle Passagen aus dem Kontext gerissen sind und auf einer Fiktion beruhen aber nichtsdestotrotz regen alle Worte zum Nachdenken an. Und schließlich hat Orwell die Geschichte basierend auf der damaligen Realität und der sich anbahnender Veränderungen verfasst. In weiser Vorraussicht sozusagen, denn der Titel sollte zeigen, dass sich die Geschichte in nicht allzu ferner Zukunft abspielen könnte.

In diesem Sinne, frohes Lesen!

am Montag, 15. Dezember 2008 in Rezensionen; Kommentare: (0) Trackbacks: (0)
Tags für diesen Artikel: books, life, orwell, politics, quoted
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Zuletzt bearbeitet am 25.09.2009 00:47
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