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nur mal eben Joyce...

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nur mal eben Joyce...


Ich möchte hier mal ganz kurz eine der kürzesten Rezensionen schreiben. Eher einen Kurzkommentar... oder besser gesagt ein paar Worte zu einem bestimmten Buch, das ich gerade lese.

Und zwar geht es um das James Joyce Lesebuch, diogenes-Verlag, 6. Aufl. 2003.
Also erstmal... ich kann nicht sehr viel über Joyce sagen. Zum einen habe ich nicht genügend gelesen. Zum anderen ist es nun wirklich kein leichtes, die Arbeit von Joyce, geschweige denn seine Person zu beschreiben. Aber ich versuche mal so gut wie möglich dem Herren meinen Senf zukommen zu lassen.

James Joyce war ein herausragender irischer Autor, den man einfach lesen muss. Er sorgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts für Furore und ist besonders für seinen Umgang mit der englischen Sprache, insbesondere wohl mit irischen und englischen Dialekten, sowie für die Beschreibung und Schilderung des Lebens in Irland, der Menschen und den sozialen Gepflogenheiten sowie der aktuellen Situation in Irland um die Jahrhundertwende bekannt.
Und weil dem so ist, dachte ich mir, fange ich mal mit dem oben erwähnten Buch an, um einen kleinen Einblick zu gewinnen. Und das tat ich dann auch.

Das James Joyce Lesebuch enthält einige Kurzgeschichten bzw. Erzählungen sowie Auszüge aus größeren Werken. Hinzu kommt ein Nachwort sowie die aufgezeichneten Gespräche mit Joyce von Georges Borach.
Eine der ersten Erzählungen, Entsprechungen (Counterparts), finde ich besonders gut. Joyce nutzt die Sprache einfach so wirksam wie es geht. Beschreibungen sind kurz und präzise, Hervorhebungen und Emotionen einer Situation übermittelt er unglaublich wirksam, ohne dabei mehr als zwei Sätze zu gebrauchen. Es ist... eigentlich nicht zu beschreiben, man muss es lesen.
Die Erzählung handelt, um es kurz zu fassen, von einem frustrierten Büroangestellten, der aufgrund des Frustes mit seinem Boss nicht zum ersten Mal aneinandergerät, dementsprechend seinen Job beinahe verliert, seine Uhr versetzt um den abendlichen Kneipengang zu finanzieren, bei diesem auch nicht glücklicher wird und letztendlich, nach einem arbeitsreichen Tag zu Hause angekommen, die Küche leer vorfindend, für seine Kinder auch nicht mehr den liebevollen Vater spielen kann... Keine Action, kein Witz... aber großartig.

Desweiteren sind Auszüge (es sind jedoch abgeschlossene Geschichten) aus Dubliners, A Portrait of the Artist as a Young Man und das ganze Kapitel Hades aus Ullysses in dem Buch enthalten.
Auch das Nachwort über Joyce von Fritz Senn ist sehr interessant.

Was ich aber zu dem Buch sagen wollte ist folgendes. Die Auswahl der Geschichten finde ich gut gelungen. Auch die Übersetzung ist recht gut - was bei James Joyce als Kompliment zu verstehen ist. Und eben deswegen wollte ich anmerken: Joyce ist unglaublich lesenswert, Joyce' Spielerei und präziser Umgang mit der Sprache ist unglaublich faszinierend, die Schilderung des Lebens - insbesondere in Irland - ist fesselnd, und: James Joyce muss man einfach im Original lesen! Weil ich denke, dass in der Übersetzung, so gut sie auch sein mag, Joyce' Sprachfeinheiten einfach nicht gut genug darzustellen sind.


Das sollte eigentlich mein Kommentar sein. Das James Joyce Lesebuch ist gut und schön gelungen. Aber wenn man wirklich Joyce lesen will, dann in der englischen Originalfassung.

Das muss ich dann in der nächsten Zeit auch mal tun.

In diesem Sinne,
cheers!

P.S.: Ich kann wirklich unglaublich schlecht Rezensionen (oder wie man es nennen will) schreiben...

Geschrieben von Remo Giermann am Freitag, 25. September 2009 in Rezensionen
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Tags für diesen Artikel: books, joyce, reading
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Zuletzt bearbeitet am 05.10.2009 19:37
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